Dienstag, 18. November 2014

10 Tipps für schnelleres Nähen




Eigentlich habe ich seit mein Sohn auf der Welt ist weniger Zeit zum Nähen. Trotzdem werden mehr Sachen fertig, als vor seiner Geburt. Im Folgenden habe ich 10 Tipps zusammengestellt, die mir geholfen haben produktiver zu nähen.


1. Schnittmuster auf Folie übertragen

Schnittmuster abpausen gehört sicherlich bei den meisten Hobbyschneiderinnen zu den eher nervigen Aufgaben. Mir geht das viel schneller von der Hand, seitdem ich statt Seidenpapier einfach Geschenkfolie verwende, wie man sie z.B. bei Nanu-Nana für kleines Geld bekommt.

Vorteile: Die Linien sind durch die Folie leicht zu sehen, und man muss nicht so krampfhaft die richtige Kurve suchen.
Die Folie muss weder mit Nadeln noch Gewichten fixiert werden,
weil sie elektrostatisch aufgeladen ist und damit ein bisschen am Schnittmusterpapier "klebt".



2. Schneidergewichte

Bei der Schnittmusterübertragung lasse ich die Nadeln inzwischen im Kissen und verwende Schneidergewichte (bzw. was auch immer gerade greifbar ist und die gleiche Funkion erfüllt.)

Vorteile: Einen Gegenstand auf das Schnittmuster stellen geht einfach schneller, als erst mit den Nadeln rum zu stochern. Insbesondere, wenn man die Position des Schnittmusters doch nochmal korrigiert, weil man es vielleicht nicht ganz parallel zum Fadenlauf positioniert hat.


3. Rollschneider + Schneidematte

Ein Rollschneider und eine große Schneidematte sind natürlich eine gewisse Investition. Für mich hat es sich allerdings sehr gelohnt.

Vorteile: Beim Zuschneiden verzieht sich nichts. (Das spart alleine schon die Zeit. die man sonst aufwendet. um sich neue kreative Flüche auszudenken.) Und einmal mit dem Rollschneider drumrumradeln geht bei mir deutlich schneller als mit der Schere. Insbesondere zusammen mit Punkt 4 ergibt sich ein großer Zeitgewinn.



4. Keine Nahtlinien auf den Stoff malen, Nahtzugaben freihand anschneiden

Je nachdem, wie man Nähen gelernt hat, kostet das ein bisschen Überwindung. Außerdem ist es natürlich eine Frage der Übung. Ich habe mich auch erst bei Kinderkleidung getraut es zu probieren. Aber eigentlich ist es viel einfacher als ich dachte! Für den Anfang kann man auch Schnitte verwenden, die schon eine definierte Nahtzugabe enthalten, wie Simplicity bzw. "Meine Nähmode" (Wenn ich doch Markierungen auf den Stoff malen will, verwende ich zumindest Stifte mit denen ich gut arbeiten kann. Da gehört Schneiderkreide definitiv nicht dazu. Ich mag Trickmarker und Keramikstifte, wenn es wieder verschwinden soll. Ansonsten auch gerne Bleistift, der wäscht sich zwar nicht aus, verschmiert oder verläuft aber auch nicht.)

Vorteile: Okay, das ist ziemlich offensichtlich: Wenn ich mir nicht die Zeit nehme, ein oder sogar zwei Linien pro Schnitteil auf den Stoff zu malen, habe ich die Zeit zum Nähen!


5. Bügeln statt Stecken

Ich hasse Bügeln und habe es lange möglichst umgangen. Z.B. bei Säumen oder Schrägband habe ich lieber jeden Zentimeter mit Nadeln gesteckt, als einmal zu Bügeln. Dabei ist es andersrum viel effektiver und wenn man kräftig gebügelt hat, braucht man eigentlich gar nicht mehr stecken.

Vorteile: Gebügelte Kanten werden deutlich ordentlicher. Und das Stecken kann man sich je nach Stoff danach auch komplett sparen.

6. Nähen und Säumen in einem Arbeitsschritt: Overlock

Das ist natürlich wieder vorwiegend eine Budget- und Platzfrage. Meist hat man ja auch das Gefühl, man bräuchte eine Overlock nur, wenn man viel Jersey näht. Allerdings kann man sich auch bei Kleidung aus Webware meist das Versäubern sparen.

Vorteile: Es sieht super professionell aus. Und geht wirklich super fix.

7. An schwierigen Stellen lieber Kleben statt Stecken oder Heften

Es gibt ja immer wieder so knifflige kleine Ecken, Kanten, Runden und Strecken, die einfach nicht ordentlich werden wollen. In der Regel merkt man das ja auch schon vor dem Nähen und versucht dann entweder gründlich zu Stecken oder zu Heften. Das Stecken verbessert bei mir das Ergebnis in der Regel noch nicht mal sonderlich. (Und ich hasse Heften!) Meine Wunderwaffen in diesen Fällen sind das doppelseitige Klebeband Stylefix und ein Heftstift. Das Klebeband nutze ich vor allem für lange gerade Strecken (Reißverschlüsse) und den Heftstift für Rundungen und Jersey.

Vorteile: Nicht lange fummeln, einfach festkleben und weiternähen. Bei mir wird das in der Regel auch ordentlicher und man hat auf jeden Fall die Zeit für potentielles Trennen gespart.




8. Öfter das Gleiche nähen

Ich habe ja ständig tausend Ideen im Kopf und es gibt sooo viele schöne Schnittmuster, die alle probiert werden wollen. Außerdem ist es ja nicht besonders kreativ, ständig das Gleiche zu machen. Allerdings kann man sich auch in der Ausarbeitung kreativ austoben und für erprobte und "für gut befundene" Schnitte gilt bei Zeitknappheit: "Never touch a running system!"

Vorteile: Man muss das Schnittmuster nicht nochmal kopieren, hat den "Fahrplan" schon grob im Kopf und kennt die "Fallen", die man nun gleich umgehen kann. Das spart schon einiges an Zeit. Anderen fällt bei verschiedenen Stoffen sowieso nicht auf, dass es der gleiche Schnitt ist.


9. Vorratshaltung

Mit der Zeit sammelt sich in der Regel ja sowieso immer mehr Hobby-bezogener Kram an. Gerade die grundlegenden Verbrauchsmaterialien sollte man meiner Meinung nach im Haus haben. Zumindest spart es mir Zeit. Das fängt bei Nadeln in den üblichen Stärken an, geht über Garn in einem kleinen Regenbogen und hört bei Reißverschlüssen, Schrägband, Kam Snaps, Bügelvlies und Bündchen auf. (Na gut, außerdem horte ich Spitzen, Knöpfe, Bänder, Stoffe und von der Wolle fangen wir lieber gar nicht an. ^_~)

Vorteile: Alles was man erst besorgen muss, hält einen auf. Der Hamster greift in die Schublade und kann weiter nähen.


10.  Kam Snaps statt Knöpfe

Ich mag die KamSnaps Druckknöpfe unheimlich gerne. Allein schon wegen der bunten Farben. Das Einsetzen geht schnell und einfach. Und das frisch genähte Teil landet auf keinen Fall in der Ecke, weil erst noch Knöpfe ausgesucht und angenäht werden müssen. Wenn es sie in Perlmutt gäbe, würde ich wahrscheinlich überhaupt nichts anderes mehr verwenden.

Vorteile: Die Zeit fürs Knopflöcher-Nähen und Knöpfe-Annähen kann man sich sparen.


(11. Schneller Nähen ^_~ )

Genau wie im Auto habe ich einen recht zögerlichen Stil an der Nähmaschine. Darum muss ich mich auch hier immer wieder ermahnen einfach mal "Gas zu geben".

Vorteile: Insbesondere bei längeren geraden Strecken macht es schon einen zeitlichen Unterschied ob man so vor sich hin dümpelt oder mal richtig los rattert.







In der gesparten Zeit lässt sich heute natürlich auch ganz wunderbar beim Creadienstag schmökern. ^_~



Kommentare:

  1. hi,

    danke für diesen Beitrag, der größte Teil davon war mir eigentlich schon bewusst, aber es hilft auf jeden Fall, das ganze nochmal gesammelt zu sehen ;-)
    Ich benutze Architektenpapier (oder zumindest sowas ähnliches) zum durchpausen, das ist zwar nicht so durchsichtig wie Folie, aber ich finde es praktischer, weil es fester ist.
    Ich glaube ich werde mir die Tips mal ausdrucken und neben meinen Nähtisch hängen ;-)

    LG Talia

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  2. Super Sammlung! Das meiste hab ich mir auch mit der Zeit angeeignet. Beim Schnittmuster übertragen hatte ich die ganze Zeit Backpapier und hab mit Nadeln hantiert beim Ausschneiden. Aber werd nun doch auf Folie umsteigen. Geschenkpapierfolie klingt gut! Die ist schön glatt. Wollte eigentlich Mülltüten ausprobieren, aber Deine Idee finde ich besser. Und so Gewichte muß ich mir wohl auch mal machen, bisher hab ich genommen, was rumlag und schwer war ;-).
    LG Mel von ninonos.blogspot.de

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  3. Danke für die Tips im Überblick.
    Besonders für Punkt 1. Werde ich gleich mal ausprobieren.
    LG Irene

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  4. Coole Tipps, danke! Ich fange gerade erst an zu nähen, vielleicht kann ich mir da gleich ein paar von deinen Tipps aneignen. Naja, das mit dem Stoff- und Wollvorrat klappt schon mal ;-)
    Liebe Grüße von der Wollzeitmama

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  5. das liest sich richtig gut. Danke für die vielen tipps. den heftstift werd ich gleich mal bestellen.:)
    lg claudia

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  6. Vielen Dank für den tollen Artikel! Ich habe deinen Artikel gerade verlinkt: http://nadines-thing.blogspot.ch/2015/08/ein-kleines-lebenszeichen-im-blog.html
    LG Nadine

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    1. Danke fürs Verlinken! Und schön, dass der Artikel gefällt.

      LG Maria

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